. . . illig.international

Gerücht oder Wahrheit

Ausstellung und Performance
COMMUNITYartCENTER Mannheim


 


Gerücht oder Wahrheit?

Vernissage der Gerüchte-Küche am 24. September 2016 im Community art Center mannheim

"Über Gerüchte werden gezielt und in hoher Geschwindigkeit Falschmeldungen gestreut. Besonders rund um die Mannheimer Erstaufnahmeeinrichtungen kursieren vergiftete Erzählungen über angeblich beobachtete Verhaltensweisen von Geflüchteten. Aber auch in Stadtteilen, in denen kaum Asylsuchende untergebracht sind, wie z.B. in Schönau, sind Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus hoch.
Deshalb hat das Community art Center mannheim im Frühjahr diesen Jahres mit dem Künstlerduo illig&illig in drei Stadtteilen (Feudenheim, Neckarstadt-West, Schönau) unter dem Motto „Gerücht oder Wahrheit" existierende Gerüchte erforscht. Die Bewohner*innen betraten die auf zentralen Quartiersplätzen aufgebaute Aktions-Installation „Gerüchte-Küche" und sprachen mit dem Künstlerpaar. Die erzählten Gerüchte und Geschichten wurden von illig&illig in ein Gericht verwandelt. So entstanden Dialog, Reflexion und Visionäres.
Bei der am Samstag, den 24. September 2016 im Rahmen der Mannheimer Bündnistage für Vielfalt eröffneten Ausstellung waren die erfahrenen Gerüchte in Form von Fotos, Schriftbildern und Skizzen zu sehen, und im Dialog-Vortrag aus vielstimmigen O-Tönen zu hören. Die Besucher*innen wurden danach in die eigens aufgebaute Gerüchte-Küche eingeladen, selbst Teil der Aktions-Installation zu werden.
illig&illig ist ein Kunstwerk gelungen, das Stimmungen, Zuschreibungen, Verstörendes und Hoffnungsvolles visuell und akustisch in einer Dichte und eigenen Schönheit transportiert. Sie teilen ihre künstlerische Erforschung in erlebte Zurufe, Beobachtungen und Gerüchte ein und ordnen sie sozialräumlich zu. Hier können Sie die zusammengetragenen Botschaften nachlesen. Die zentralste Beobachtung war, dass diejenigen Bewohner*innen, die sich am abfälligsten geäußert hatten, ihre Abwertung im Vorbeigehen zurufen oder zuschreien und sich nicht zum Gespräch einladen ließen. Die im CaCm sehr schön zur Geltung kommenden Fotos der Gerichte sind mehr als eine Visualisierung des Gehörten und haben ihre eigene Poesie. Die Ausstellung ist nur bis zum 16. Oktober 2016 zu sehen.
Die Vernissage ist Auftakt einer vierteiligen Veranstaltungsreihe mit Performances, bei denen die Gerüchte theatral verarbeitet werden, und Expert*innengespräche zu den Themen Populismus, Flucht und Gender."

(Dr. Pia Gerber, Freudenbergstiftung)